DoorPi über Telefoninstallationskabel anbinden

  • Hallo zusammen,


    wir bauen gerade ein Einfamilienhaus und ich möchte DoorPi (Raspberry Pi 2) nutzen, um den Lautsprecher und das Mikrofon der Türsprechanlage in die Hausautomation einzubinden. Vom Briefkasten führt ein Telefoninstallationskabel J-Y(ST)Y 10 x 2 x 0,6mm² in den Stromverteiler im Keller (ca. 7-8m). Nun bin ich mir unsicher, wie ich den DoorPi am besten über dieses Kabel anbinde.


    Grundsätzlich sehe ich zwei Möglichkeiten:


    1) Lautsprecher und Mikrofon an Telefoninstallationskabel anschließen und im Keller den Raspberry Pi platzieren
    Mir ist hier jedoch unklar, wie ich das Mikrofon über das Telefoninstallationskabel in den Keller führen kann, da es ja einen Klinkenanschluss hat.



    2) Raspberry Pi in Briefkasten
    Hier müsste ich über das Telefoninstallationskabel den Strom (5V) führen. Zudem müsste ich über das Kabel Daten (Netzwerk) übertragen, da ich hier kein Wlan einsetzen möchte.


    Ich denke Option 1 ist die bessere.


    Wie seht ihr das?


    Viele Grüße
    JF79

  • Die Klinkenstecker kosten ein paar Cent. Wenn Du mit einem Lötkolben umgehen kannst, dürfte es kein Problem sein, da 2 Klinkenstecker anzulöten. Du brauchst aber für den Lautsprecher am Eingang noch einen kleinen Verstärker. Ich denke 3W müssten genug sein.

  • Ähnliche Situation bei mir, habe in meinem 20 Jahre alten Haus nur ein 10-poliges Telefonkabel.
    Und da erlaube ich mir auch gleich mal zu schimpfen - Neubau mit dem Wunsch nach Heimautomation, und dann nur so ein altmodisches Kabel zur Tür? Hätte an Deienr Stelle versucht hier etwas großzügiger zu verlegen :-)


    Egal... ich persönlich habe hinter der Haustür relativ viel Platz und daher dort den Raspberry platziert. Anders wäre es auch nicht gegangen, da ich auch noch eine PiCam und etliche weitere I/Os nutze, die ich vor Ort an der Tür brauche.
    100MBit Netzwerk über ~8m Telefonkabel klappt problemlos.
    Stromversorgung habe im im Verteilerkasten ein 24v Netzteil für Hutschiene. Erst an der Türstation macht ein DCDC Wandler daraus die 5v für den Pi. Wenn man 5v direkt im Verteilerkasten einspeist, kommt am Kabelende nichts mehr an.


    Wenn du den Pi im Verteilerkasten platzierst bin ich etwas skeptisch ob vom dem Mikrofonsignal noch war brauchbares ankommt. Eigentlich müsste man hier geschirmte Kabel verwenden. Nach 8m Telefonkabel (mit Stromversorgung in benachbarten Adern), das könnte schwierig werden. Ich selbst verwende sogar für die 30cm vom Pi zum Mikrofon ein geschirmtes Kabel, was hörbar besser klingt als mein vorheriger Klingeldraht.
    Ausserdem wirst du dich natürlich schwierig tun mit zukünftigen Erweiterungen, z.B. einen RDIF Leser etc. anschließen.


    Gruß Tobias

  • Hallo Tobias,


    ich habe zwei Gigabit-LAN Anschlüsse direkt neben der Türe, aber ich würde ungern ein Kabel "Aufputz" auf dem Türrahmen bis in den Klingelkasten verlegen. Zur Not wäre das aber natürlich auch möglich. Dann könnte ich Strom über POE (Splitter) beziehen.


    Wie viele Adern werden für die 100MBit Verbindung über das Telefonkabel benötigt? (4 oder 8?)


    Wie greifst du das Signal der Klingel ab?


    Viele Grüße
    JF79

  • Aufputz ist in der tat eine suboptimale Lösung. Da wird die Frau meckern ;-)
    Für Fast Ethernet braucht man nur 4 Adern (offiziell: 2 twisted pair Paare). Da kann man natürlich auch PoE drüber laufen lassen, was wohl manche hier genau so machen.
    Mir reicht die Leistung von PoE nicht, da ich auch noch eine LED-Beleuchtung für den Windfang und den stromfressenden Türöffner versorgen muss.


    Mir war wichtig das die Klingel auch bei Totalausfall des Raspberry noch funktioniert, daher habe ich die original Verkabelung der Klingel belassen, nur von 8v AC auf 24v DC umgebastelt. Über Spannungsteiler geht der Klingelknopf auf einen IO Pin.

  • Es macht keinerlei Sinn, analoge Audio-Signale über viele Meter Kabel zu führen und dann zu digitalisieren - da könnte man auch gleich bei der alten primitiven Technik bleiben. Ich rate auch, den etwas wirren Ratschlägen zum Anlöten von Klinkensteckern nicht aufzusitzen.


    Ich stand vor dem gleichen Problem: Die Außenstation mit Display, Mikrofon und Lautsprecher, Klingelknopf, Bewegungsmelder, Kamera etc. irgendwie an einen DoorPi anzubinden - und habe doch nur, wie damals üblich, ein mehradriges Kabel in den Keller. Aber direkt hinter der Außenstation liegen innen 230 V für einen Lichtschalter.


    Also von der Außenstation 30mm Loch durch die Wand, Außenstation via HDMI-Kabel, Patchkabel und USB-Kabel nach innen geführt (geht durchaus auch über mehrere Meter !). Innen dann Raspberry Pi 3 (mit DoorPi), separates Netzteil, Power-Lan-Anschluss etc. Derzeit noch Aufputz, irgendwann einmal ordentlich versenkt.


    Message also: Innen wird nur ein 230 V-Anschluss benötigt, so wie etwas Platz. Und das Gegenstück für den Power-Lan-Zugang kann irgendwo im Haus platziert werden.


    Ach ja, und für den Totalausfall habe ich einen HomeMatic-Klingelsignalsensor angebunden und den direkt mir einem HomeMatic-Gong gepeert. Das funktioniert also auch dann wenn DoorPi UND FHEM tot sind.


    LG


    pah

  • Spinnenfeind:
    Könnte ich dann über das 10-adrige Kabel 2 x 100 MBit mit PoE realisieren? Ich würde dann 2 PoE-Splitter (Lan/USB-Strom) anschließen. An den ersten Splitter würde ich den Raspberry (DoorPi) anschließen. An den zweiten Splitter würde ein Android-Tablet für die FHEM-Statusanzeige anschließen (Stromversorgung und Netzwerk). Für diese Anwendungen müssten auch nicht zwingend 100 MBit übertragen werden, es würden ja schon 10 MBit dafür ausreichen.


    @pah:
    Der nächste Stromanschluss ist eine Steckdose neben der Türe am Boden. Direkt daneben sind auch die beiden GBit-Lan-Anschlüsse. Ich könnte die Kabel teilweise im Rahmen der Türe verlegen. Jedoch müsste das Kabel auch teilweise Aufputz verlegt werden. Dann könnte ich aber gleich die GBit-Lan-Anschlüsse mit PoE nutzen.
    Die Idee mit dem HomeMatic-Klingelsignalsensor finde ich super. Ich werde versuchen das umzusetzen.